Pyramide betrachtet die Entwicklungsbereiche eines Kindes, die sich aus seiner individuellen kognitiven, emotionalen und physischen Intelligenz ableiten lassen. Mit Hilfe von Pyramide wird ein Lernprozess initiiert, der sich über einen Zeitraum von drei Jahren kontinuierlich aufbaut und sich nicht einseitig am jeweiligen Intelligenztyp eines Kindes ausrichtet. Vielmehr erhält jedes Kind ein Entwicklungsangebot, das alle drei Intelligenzbereiche umfasst.
Insgesamt spricht Pyramide acht Entwicklungsbereiche beim Kind an:
Bezüglich der kognitiven Intelligenz die Wahrnehmungs-, Sprach- und Denkentwicklung sowie die Orientierung in Raum und Zeit.
Bei der emotionalen Intelligenz stehen die Persönlichkeitsentwicklung und die sozial-emotionale und moralische Entwicklung im Fokus.
Im Bereich der physischen Intelligenz kommen der motorischen und der künstlerischen Entwicklung große Bedeutung und Beachtung zu.
Damit die Kinder eigenständig und bewusst mit dem Gelernten umgehen, es flexibel und eigenverantwortlich anwenden und ausbauen können, ist es wichtig, die drei aufeinander aufbauenden Denkniveaus näher zu betrachten:
Erwirbt ein Kind Grundkenntnisse durch Imitation und Beispiele anderer, so entwickelt es seine emotionale, kognitive und physische Intelligenz; man spricht in diesem Zusammenhang von Basisniveau.
Darauf aufbauend schlagen die Kinder mit dem bereits Gelernten neue Wege ein und gehen damit kreativ um. Sie schaffen für sich selbst Neues, verändern Dinge und ihre Erfahrungen. Das kreative Niveau ist die zweite Stufe des Denkniveaus.
Die höchste Niveaustufe erreichen die Kinder mit dem metakognitiven Niveau. Sie kennen nun ihre Fähigkeiten und können ihr Verhalten bewusst ändern. Ihre kognitive Intelligenz rückt ihr kognitives, emotionales und physisches Handeln ins Bewusstsein und befähigt sie so zu flexiblen und kreativen Verhaltensänderungen.
Das Konzept von Pyramide zielt auf die Optimierung der kindlichen Entwicklung in einer sicheren Umgebung, die es den Kindern ermöglicht, selbst aktiv zu werden. Pyramide ist ein solides Bauwerk mit einer stabilen Basis, in dem sich die Kinder geborgen fühlen können.
Ganz bewusst wurde eine Pyramide als Symbol und Name dieses ganzheitlichen Programms zur frühkindlichen Entwicklung gewählt. Ihre vier Ecken stehen für die vier pädagogisch-didaktischen Grundkonzepte der Entwicklungsumgebung: die Initiative des Kindes, die Initiative der Erzieherin, die Nähe und die Distanz.
Die Initiative
des Kindes
Das A und O der frühkindlichen Entwicklung ist die Initiative des
Kindes. Schon bald nach der Geburt beginnt es, die Welt zu entdecken, es
greift nach Gegenständen und verfolgt Bewegungen. Das Kind konzentriert sich
auf all das, was neu und interessant ist. Es lernt, sich zu entscheiden. Das
oberste Ziel von Pyramide ist es, die Initiative des Kindes zu fördern, um
sein Leben selbstständig zu gestalten.
Die Initiative
der Erzieherin
Die Erzieherin nimmt eine Schlüsselfunktion bei der Motivation des
Kindes ein, indem sie ihm Möglichkeiten anbietet, es unterstützt und ihm
Vorbild ist. Sie gibt ihm Impulse beim Denken und Lernen ebenso wie bei der
Bewältigung von Problemen. Das Kind und die Erzieherin beeinflussen sich
gegenseitig.
Die Nähe
Die Vertrauensbeziehung zwischen Kind und Erzieherin ist die Basis,
damit sich das Kind sicher und geborgen fühlt. Sie gibt ihm die Freiheit,
die Welt um sich herum sicher zu entdecken. Die Erzieherin sorgt
gleichzeitig für klare Strukturen und Regeln und gibt dem Kind dadurch eine
emotionale Unterstützung, wenn es diese braucht. Andererseits wird die
Autonomie des Kindes respektiert.
Die Distanz
Je sicherer sich das Kind fühlt, umso mehr wird es seine Unwelt
entdecken und erforschen. Es lernt, sich mit Dingen zu beschäftigen, die es
nicht unmittelbar um sich herum wahrnimmt. Das Kind entwickelt seine
Phantasie, erweitert sein Vorstellungsvermögen und fängt an, sich mit
Zukunft und Vergangenheit auseinander zu setzen.
Damit alle Entwicklungsbereiche berücksichtigt werden, richten die Erzieherinnen in dem Raum für individuelle Spiel-, Lern- und Arbeitsaktivitäten verschiedene Funktionsbereiche (Ecken) ein. Mit Hilfe von Tagesrhythmuspaketen bekommen die Kinder im Spiel ein Gefühl für Zeit und wiederkehrende Ereignisse.
Das Konzept von Pyramide legt großen Wert darauf,
dass die Erzieherin das Gleichgewicht herstellt zwischen dem, was die
Kinder selbstständig lernen können, und dem, wobei sie Hilfe benötigen. Die
Bezugsperson unterstützt nur in dem Maße pädagogisch und didaktisch, wie es das
jeweilige Kind entsprechend seinem Entwicklungs- und Selbstständigkeitsstand
benötigt.
Durch
abwechslungsreiches Spiel, selbstständiges Lernen, ansprechende Projekte
und zielgerichtete kursorische Module verstehen die Kinder die Welt
um sich herum. Pyramide fördert und fordert die drei Intelligenzbereiche
gleichberechtigt: gemeinsam im Spielen und bei den Projektthemen, getrennt im
selbstständigen Lernen und bei den kursorischen Modulen in Kleingruppen.
Damit die Kinder in
Bezug auf ihre Eigeninitiative und bezüglich der individuellen und
gruppenbezogenen Förderung optimal unterstützt werden, intervenieren die
Erzieherinnen auf unterschiedlichem Niveau. Pyramide spricht in diesem
Zusammenhang von einem niedrigen, mittleren und hohen Interventionsniveau.
Das Kind soll durch Pyramide angeregt werden, durch Spiel und selbstständiges Lernen Eigeninitiative zu entwickeln und selbst zu entscheiden. Das Spiel ist eine Aktivität des Kindes, die es selbst einleitet. Hier folgt es stressfrei seinen Wünschen und Ideen und kann dabei seine Emotionen ausleben. Gleichzeitig fördert es die Kreativität des Kindes. Bei der Ideenfindung kann die Erzieherin dem Kind helfen. Das eigentliche Spielen muss aber vom Kind selbst kommen.
Kinder gehen auf Entdeckungsreise, sie wollen wissen, wie Dinge funktionieren und zusammenhängen. Dies wird insbesondere beim anfänglichen Umgang mit der Schrift und mit Zahlen deutlich, ebenso bei den ersten Orientierungsreisen in Bezug auf die Welt. Pyramide weckt mit ausgewähltem Spiel- und Lernmaterial die Neugierde und Motivation, damit Kinder die Welt um sich herum nachspielen, sie kennen lernen und begreifen. So schärfen sie ihre Wahrnehmung und Denkweise.
Mit Pyramide wird die Lust am Lernen zur frühkindlichen Bildung!
Mit Pyramide werden Kindertagesstätten ihrer neuen Rolle in einer anspruchsvollen Welt gerecht.
Der pädagogische Ansatz von Pyramide findet nicht nur bei den Leiterinnen und Erzieherinnen von Kitas Anerkennung, sondern auch bei den entsprechenden Organisationen.
Pyramide ist ein Konzept, das Sicherheit und Wohlbefinden des Kindes kombiniert mit seiner Vorbereitung auf die Schule und das Leben in einer sich schnell ändernden Welt – aufbauend auf den aktuellsten Erkenntnissen in Theorie und Praxis sowie mit professionellen Werkzeugen.
Das Konzept von Pyramide entstand als eklektische Synthese aus Theorie und Praxis in enger Zusammenarbeit ihres Begründers, dem Bildungsexperten, Pädagoge und Testentwickler Dr. Jef J. van Kuyk mit dem Cito-Institut und pädagogischen Fachkräften wie ErzieherInnen und LehrerInnen aus der Praxis.
Unabhängige wissenschaftliche Studien belegen den Erfolg von Pyramide.
| 22-09-2006 |
e-mail deutschland@cito.com |